Malerei

             

Malerei Jahre 1989 – 2017 →   Portrait→  Portrait-Blickraum   →

 

Welche Bedingungen muss ein Portrait heute erfüllen?  Was sehe ich überhaupt, wenn ich einen Menschen sehe?

Wie ich zum Portrait kam

Als ich Mitte der 90er Jahre bei einem längeren Aufenthalt in Rom das Gemälde Innozenz X von Velázquez zum ersten Mal im Original sah, war ich bestürzt über die Aktualität des Bildes. Für einen Moment schien ich zu wissen, was es bedeutet, in jenem fernen Jahrhundert Papst gewesen zu sein, oder überhaupt ein Mensch zu sein.

Es folgte eine Reihe von Aquarell-Skizzen, auf denen ich zu fassen versuchte, was in der zeitgenössischen Malerei, im zeitgenössischen Portrait, möglich sein könnte. Immer wieder waren es Bilder von Velázquez, die den ersten Impuls gaben.
Seit 1994 arbeite ich nun zum Thema Portrait. Viele unterschiedliche Aspekte habe ich behandelt. Neben Aquarellen habe ich viele Portraits auf Leinwand gemalt. Manche bezogen sich auf reale bekannte Personen, die meisten gingen auf erinnerte flüchtige Begegnungen zurück. Manchmal wurde auch das Portrait eines bestimmten Menschen angefragt, was immer wieder eine sehr spezielle Herausforderung bedeutet. Seit 2010 knüpfe ich technisch an die  aquarellierten Portrait-Zeichnungen an, die damals in Rom entstanden waren.
Das Aquarell  ist mir zur Zeit am nächsten, da es eine minutiöse Vorbereitung erfordert und gleichzeitig viel Spontaneität ermöglicht.

Augen, als isoliertes Phänomen, interessieren mich auch immer wieder. Durch die Augen erhalten wir die Informationen, die sich im Gehirn zu Bildern zusammensetzen. Die Augen-Bilder sind nach Bildern aus Zeitschriften, nach Gemälden oder aus der Erinnerung gemalt. Manchmal sind es auch meine eigenen Augen, aber öfter sind es  Päpste oder Politikeraugen, die ich zu fassen versuche.

Your eyes. It’s a day’s work to look in to them“,
Laurie Anderson, LetX=X / It Tango, Big Science, 1982

BLICKCONTAINER

Dr. Iris Simone Engelke, 2003

„…..ist ein Teil der Wahrheit doch bei Platons oder Euklids Definition des Blickes als Sehstrahl zu finden? Etwa vor 2300 Jahren erklärte Euklid das Auge so, wie unsere heutigen Scheinwerfer funktionieren. Unser Blick würde einen Strahl aussenden, der den Gegenstand abtastete, postulierte er. Unsere Ausdrücke wie der ‚böse Blick‘, ‚jemanden scharf ansehen‘ oder ‚mit Blicken ausziehen‘ sind noch Überreste dieser Annahme.

Die bisher noch am schlüssigsten sich haltende physikalische Theorie scheint mir bei allem, dass Energie nie verloren geht, sondern sich nur wandelt. Egal, ob ich der Blickende oder Angeblickte bin, von wem die Sendung ausgeht, da ist eine Energieform am Wirken und bestenfalls findet ein Austausch statt…..“
(Text-Auszug)

 NSU-PORTRAIT

Seit Anfang 2012 arbeite ich an dem Projekt: NSU-PORTRAIT/ Das Personal der Inneren Sicherheit.
Durch die Portraits der Personen, die im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum NSU-Komplex stehen, möchte ich mehr über die Problematik der Inneren Sicherheit erfahren. Das gesamte Projekt ist noch in Arbeit und wird auf einer weiteren Webseite dokumentiert.

NSU-Portrait (→ )

 

Kohl und andere Sorten

Ein Thema, das mich seit 2003 begleitet, sind die „Gemüse-Portraits“: Aquarelle von Obst und Gemüse aus biologischem Anbau.

Haben biologisch angebaute Pflanzen mehr Gehalt? Ist dieser als Information sichtbar? Mehr dazu hier.