2 Antworten auf „Das Labyrinth“

  1. Die im Kunsthaus prasentierte Fotoarbeit von Regina Schmeken ist fur die Ausstellung DAS LABYRINTH entworfen worden. Die Triptychen der 12 Tatorte wurden zu einer Installation von fast 10 Metern Lange zusammengefugt. Das Bildtableau verbindet die Ausstellung im Kunsthaus mit der parallel gezeigten Einzelausstellung der Kunstlerin im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelande Nurnberg. Der gro?formatige, uber Eck angeordnete mosaikartige Fries transportiert den Schrecken des Rechtsterrorismus des „NSU“ in besonderer Weise. Die Schwarz-Wei?-Fotos der Tatorte des „NSU“ erfassen die BetrachterInnen direkt in ihrer Unmittelbarkeit durch die Setzung im Raum. Ein Ausweichen scheint kaum moglich, zu intensiv, zu massiv und zu ungeheuerlich erscheint die bildliche Konfrontation mit den Tatorten der Mordserie. Das Werk entfaltet durch das in den Fokus geruckte Alltagliche der Tatorte den Schrecken inmitten vermeintlich zivilisatorischer Sicherheit. Erinnerungen an die Blut-und-Boden-Ideologie langst vergangen geglaubter Zeiten tauchen auf. Die extreme perspektivische Untersicht vieler der Fotografien verstarkt diesen Eindruck. So erscheint das Bildtableau gleicherma?en als Mahnmal und Anklage. Es ist ebenso ein Angebot zum individuellen Innehalten und Erinnern, wie auch ein gesellschaftlich-kollektiver Appell zur Wachsamkeit.

  2. Die Kunstlerin Katharina Kohl malt Kriminalbeamte, die vor einem Untersuchungsausschuss Gesicht zeigen mussten, weil sie die Mordserie der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) nicht verfolgten, sondern stattdessen Spuren verschleierten und Opfer kriminalisierten. Ihre Aquarellportraits loten aus zwischen faktischer und innerer Wahrheit. Die zur malerischen Befragung ausgewahlten Personen sind als Stellvertreter der Sicherheitsapparates – wie er sich im NSU-Kontext dargestellt hat – zu sehen.  Intendiert ist lediglich die beruflichen Haltungen sichtbar zu machen.

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